
Große Gruppen machen immer wieder auch Angst. Da kommen zu viele Meinungen zusammen, wir haben zu wenig Zeit und überhaupt: Da herrscht nur immer Chaos!
Und trotzdem: Wenn Organisationen wirklich etwas bewegen wollen, kommen sie an Großgruppenformaten nicht vorbei. Open Space, Zukunftskonferenz, Real Time Strategic Change, World Café oder Appreciative Inquiry schaffen Räume, in denen viele Menschen gleichzeitig an Zukunft, an wichtigen Fragestellungen und möglichen Lösungen arbeiten können. Sie holen Perspektiven zusammen, erzeugen Energie und ermöglichen Beteiligung über Hierarchie- und Bereichsgrenzen hinweg.
Doch genau hier liegt die Herausforderung und auch die Kunst, denn große Formate erzeugen viel Bewegung, viel Dynamik – aber nicht automatisch gute Prozesse.
Facilitation setzt an dieser Stelle an und schafft die eigentlichen Grundlagen für das exzellente Zusammenspiel von Liberating Structures mit klassischen Großgruppenmethoden auf präzise Weise. und wir meinen damit nicht irgendein Facilitation, sondern Facilitation auf der Basis der Ethik und den Kernkompetenzen der International Association for Facilitators (IAF).
Wenn es um Beteiligung vieler Menschen geht, begegnen uns immer wieder drei Grundhaltungen.
Formate wie Open Space oder Appreciative Inquiry können genau das auslösen.Wenn Beteiligung gut gestaltet ist, entstehen geteilte Verantwortung, tragfähige Ideen und echte Aufbruchsstimmung.
Auch das stimmt. Ohne feine Prozesssteuerung kippt Energie schnell in Chaos. Dominante Stimmen übernehmen, Themen verlaufen im Sand, Konflikte verhärten sich. Beteiligung ohne Struktur kann überfordern oder polarisieren.
Diese Haltung entsteht oft nach schlecht begleiteten Veranstaltungen: viel Dialog, wenig Integration, keine Anschlussfähigkeit im Alltag.
Alle drei Perspektiven haben einen wahren Kern. Der Unterschied liegt nicht in der Methode, sondern in der Prozessgestaltung innerhalb dieser Formate.
Klassische Großgruppenmethoden schaffen den großen Rahmen:
· OpenSpace öffnet selbstorganisierte Themenräume
· Zukunftskonferenzen verbinden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
· Real Time Strategic Change verknüpft Strategie und Umsetzung
· WorldCafé fördert dialogische Vernetzung
· Appreciative Inquiry richtet den Blick auf Stärken und Zukunftsbilder
Doch innerhalb dieser Formate entstehen viele kleine Momente, in denen Beteiligung entweder gelingt – oder versandet. Genau hier setzt Facilitation an, denn vor dem Hintergrund unserer Arbeit und der Kernkompetenzen nach IAF sehen wir rasch, wie wir diese Beteiligung unterstützen, fördern oder auch auf den Punkt bringen können. Und selbstverständlich kommen da weitere Ansätze hinzu wie eben die Liberating Structures.
Es sind dies kurze, klar strukturierte Interaktionsformate,die sich flexibel in größere Designs einweben lassen. Sie helfen, Gespräche zu fokussieren, Perspektivenvielfalt zu sichern und Übergänge produktiv zugestalten.
Nicht als Ersatz, sondern als prozessuale Feinarbeit.
Wir vom House of Facilitation arbeiten seit vielen Jahren mit großen Gruppen in Organisationen und Unternehmen – in Transformationsprozessen, Strategieretreats und bereichsübergreifenden Dialogformaten. Die Kombination aus klassischen Großgruppenmethoden und Liberating Structures ist für uns dann mehr als ein Methodenmix, Es ist vielmehr präzise, milimetergenaue Prozessarbeit: aufmerksam für Dynamiken, klar im Design und wach in der Rolle.
Als Certified Professional Facilitator (CPF) nach IAF bringen wir zudem eine international anerkannte Qualitätsgrundlage mit. Diese Zertifizierung steht nicht nur für ein Label, sondern für geprüfte Prozesskompetenz, reflektierte Haltung und langjährige Erfahrung in komplexen Gruppensettings. Kund:innen arbeiten mit uns, weil sie einen Rahmen brauchen, der auch unter hoher Dynamik trägt – wenn viele Perspektiven, unterschiedliche Interessen und echte Spannungeng leichzeitig im Raum sind.
Als Facilitator:in bist du in solchen Settings weniger Moderator:in einzelner Gespräche, sondern vielmehr Architekt:in von Prozessräumen. Du gestaltest nicht nur den Ablauf, sondern die Bedingungen, unter denen viele Menschen sinnvoll und kreativ zusammenarbeiten können.
Das bedeutet:
· Du verbindest große Dramaturgien mit kleinen, präzisen Strukturen
· Du gestaltest Übergänge zwischen Plenum, Kleingruppen und Einzelarbeit
· Du sorgst dafür, dass Energie nicht nur entsteht, sondern nutzbar wird
· Du hältst Spannungen aus, ohne sie zu dramatisieren oder zu deckeln
Führung in großen Gruppen heißt nicht, alles zu kontrollieren. Es heißt, Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Selbstorganisation arbeitsfähig wird.
In mehrtägigen Formaten wie Strategieretreats oder Transformationsworkshops entfalten diese Kombinationen besondere Wirkung. Liberating Structures helfen,
· Themen aus Open Space-Runden zu verdichten
· Erkenntnisse aus World-Café-Dialogen zu integrieren
· Zukunftsbilder aus Appreciative Inquiry in konkrete nächste Schritte zu überführen
· strategische Fragen aus Real Time Strategic Change auf Team- oder Projektebene zu übersetzen
So entsteht ein durchgängiger Prozess statt einer Abfolge isolierter Methoden.
Diese Kombination funktioniert nur, wenn du bereit bist:
· Kontrolle nicht mit Wirksamkeit zu verwechseln
· Vielfalt zuzulassen, ohne den roten Faden zu verlieren
· mit Unsicherheit zu arbeiten, ohne sie sofort zu schließen
Dabei unterstützt dich Facilitation, nicht um große Gruppen „in den Griff zubekommen“, sondern um Beteiligung arbeitsfähig zu halten.
Dieser Kurs richtet sich an Facilitator:innen, die bereits mit Gruppen arbeiten und Großgruppenformate bewusster, differenzierter und wirksamer gestalten wollen. Ein Tag, der dir zeigt, wie sich klassische Großgruppenmethoden und Liberating Structures sinnvoll verschränken lassen, über den Weg des Facilitation.
Große Gruppen sind kein logistisches Problem.
Sie sind ein Möglichkeitsraum – wenn du weißt, wie du ihn gestaltest.



