27.1.2026

House of Facilitation

Von großen Gruppen und Liberating Structures

Von der Kunst der Beteiligung

Große Gruppen brauchen mehr als gute Absichten. Mit der klugen Kombination aus Großgruppenformaten und Liberating Structures wird Beteiligung arbeitsfähig – auch bei hoher Dynamik. Facilitation heißt hier: Rahmen schaffen, in denen viele wirksam werden können.

Warum Beteiligung kein Luxus ist

Große Gruppen machen immer wieder auch Angst. Da kommen zu viele Meinungen zusammen, wir haben zu wenig Zeit und überhaupt: Da herrscht nur immer Chaos!

Und trotzdem: Wenn Organisationen wirklich etwas bewegen wollen, kommen sie an Großgruppenformaten nicht vorbei. Open Space, Zukunftskonferenz, Real Time Strategic Change, World Café oder Appreciative Inquiry schaffen Räume, in denen viele Menschen gleichzeitig an Zukunft, an wichtigen Fragestellungen und möglichen Lösungen arbeiten können. Sie holen Perspektiven zusammen, erzeugen Energie und ermöglichen Beteiligung über Hierarchie- und Bereichsgrenzen hinweg.

Doch genau hier liegt die Herausforderung und auch die Kunst, denn große Formate erzeugen viel Bewegung, viel Dynamik – aber nicht automatisch gute Prozesse.

Facilitation setzt an dieser Stelle an und schafft die eigentlichen Grundlagen für das exzellente Zusammenspiel von Liberating Structures mit klassischen Großgruppenmethoden auf präzise Weise. und wir meinen damit nicht irgendein Facilitation, sondern Facilitation auf der Basis der Ethik und den Kernkompetenzen der International Association for Facilitators (IAF).

Die drei typischen Haltungen zu großen Gruppen

Wenn es um Beteiligung vieler Menschen geht, begegnen uns immer wieder drei Grundhaltungen.

Große Gruppen sind großartig – viel Beteiligung, viel Energie,viel Erfolg.

Formate wie Open Space oder Appreciative Inquiry können genau das auslösen.Wenn Beteiligung gut gestaltet ist, entstehen geteilte Verantwortung, tragfähige Ideen und echte Aufbruchsstimmung.

Große Gruppen sind riskant – das kann destruktiv werden.

Auch das stimmt. Ohne feine Prozesssteuerung kippt Energie schnell in Chaos. Dominante Stimmen übernehmen, Themen verlaufen im Sand, Konflikte verhärten sich. Beteiligung ohne Struktur kann überfordern oder polarisieren.

Große Gruppen bringen nichts – viel Aufwand, wenig Ergebnis.

Diese Haltung entsteht oft nach schlecht begleiteten Veranstaltungen: viel Dialog, wenig Integration, keine Anschlussfähigkeit im Alltag.

Alle drei Perspektiven haben einen wahren Kern. Der Unterschied liegt nicht in der Methode, sondern in der Prozessgestaltung innerhalb dieser Formate.

Großgruppenformate brauchen klare Strukturen

Klassische Großgruppenmethoden schaffen den großen Rahmen:

·       OpenSpace öffnet selbstorganisierte Themenräume

·       Zukunftskonferenzen verbinden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

·       Real Time Strategic Change verknüpft Strategie und Umsetzung

·       WorldCafé fördert dialogische Vernetzung

·       Appreciative Inquiry richtet den Blick auf Stärken und Zukunftsbilder

Doch innerhalb dieser Formate entstehen viele kleine Momente, in denen Beteiligung entweder gelingt – oder versandet. Genau hier setzt Facilitation an, denn vor dem Hintergrund unserer Arbeit und der Kernkompetenzen nach IAF sehen wir rasch, wie wir diese Beteiligung unterstützen, fördern oder auch auf den Punkt bringen können. Und selbstverständlich kommen da weitere Ansätze hinzu wie eben die Liberating Structures.

Es sind dies  kurze, klar strukturierte Interaktionsformate,die sich flexibel in größere Designs einweben lassen. Sie helfen, Gespräche zu fokussieren, Perspektivenvielfalt zu sichern und Übergänge produktiv zugestalten.

Nicht als Ersatz, sondern als prozessuale Feinarbeit.

Wir vom House of Facilitation arbeiten seit vielen Jahren mit großen Gruppen in Organisationen und Unternehmen – in Transformationsprozessen, Strategieretreats und bereichsübergreifenden Dialogformaten. Die Kombination aus klassischen Großgruppenmethoden und Liberating Structures ist für uns dann mehr als ein Methodenmix, Es ist vielmehr präzise, milimetergenaue Prozessarbeit: aufmerksam für Dynamiken, klar im Design und wach in der Rolle.

Als Certified Professional Facilitator (CPF) nach IAF bringen wir zudem eine international anerkannte Qualitätsgrundlage mit. Diese Zertifizierung steht nicht nur für ein Label, sondern für geprüfte Prozesskompetenz, reflektierte Haltung und langjährige Erfahrung in komplexen Gruppensettings. Kund:innen arbeiten mit uns, weil sie einen Rahmen brauchen, der auch unter hoher Dynamik trägt – wenn viele Perspektiven, unterschiedliche Interessen und echte Spannungeng leichzeitig im Raum sind.

Die Rolle des Facilitators in großen Settings

Als Facilitator:in bist du in solchen Settings weniger Moderator:in einzelner Gespräche, sondern vielmehr Architekt:in von Prozessräumen. Du gestaltest nicht nur den Ablauf, sondern die Bedingungen, unter denen viele Menschen sinnvoll und kreativ zusammenarbeiten können.

Das bedeutet:

·       Du verbindest große Dramaturgien mit kleinen, präzisen Strukturen

·       Du gestaltest Übergänge zwischen Plenum, Kleingruppen und Einzelarbeit

·       Du sorgst dafür, dass Energie nicht nur entsteht, sondern nutzbar wird

·       Du hältst Spannungen aus, ohne sie zu dramatisieren oder zu deckeln

Führung in großen Gruppen heißt nicht, alles zu kontrollieren. Es heißt, Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Selbstorganisation arbeitsfähig wird.

Beteiligung ist gestaltbar – auch für 1–3-tägige Retreats

In mehrtägigen Formaten wie Strategieretreats oder Transformationsworkshops entfalten diese Kombinationen besondere Wirkung. Liberating Structures helfen,

·       Themen aus Open Space-Runden zu verdichten

·       Erkenntnisse aus World-Café-Dialogen zu integrieren

·       Zukunftsbilder aus Appreciative Inquiry in konkrete nächste Schritte zu überführen

·       strategische Fragen aus Real Time Strategic Change auf Team- oder Projektebene zu übersetzen

So entsteht ein durchgängiger Prozess statt einer Abfolge isolierter Methoden.

Haltung vor Methode

Diese Kombination funktioniert nur, wenn du bereit bist:

·       Kontrolle nicht mit Wirksamkeit zu verwechseln

·       Vielfalt zuzulassen, ohne den roten Faden zu verlieren

·       mit Unsicherheit zu arbeiten, ohne sie sofort zu schließen

Dabei unterstützt dich Facilitation, nicht um große Gruppen „in den Griff zubekommen“, sondern um Beteiligung arbeitsfähig zu halten.

Für erfahrene Facilitator:innen

Dieser Kurs richtet sich an Facilitator:innen, die bereits mit Gruppen arbeiten und Großgruppenformate bewusster, differenzierter und wirksamer gestalten wollen. Ein Tag, der dir zeigt, wie sich klassische Großgruppenmethoden und Liberating Structures sinnvoll verschränken lassen, über den Weg des Facilitation.

Große Gruppen sind kein logistisches Problem.
Sie sind ein Möglichkeitsraum – wenn du weißt, wie du ihn gestaltest.

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